Augenoptiker im Test
Nur ein Anbieter hat den Durchblick
Jeder zweite Deutsche sieht schlecht, drei Viertel davon tragen eine Brille. Als Brillenträger will man nicht nur den richtigen Durchblick haben, sondern auch ein Modell, das passt und einem steht. Wo aber bekommt man die optimale Brille? Stiftung Warentest hat sich umgesehen.
Neun große Optiker unter der Lupe
Um die Qualität und den Service deutscher Augenoptiker zu bewerten, schickte Stiftung Warentest fünf fehlsichtige Testkäufer zum Brillenanfertigen in 45 Filialen von neun großen Ketten – darunter Fielmann, Apollo-Optik, Binder Optik und Optiker Bode.
Neben dem Sitz der Brille und der Frage, ob die Sehschärfe stimmt, überprüften die Testkäufer auch, wie gut die Sehtests waren und ob sie sich genügend beraten fühlten. Im Gesamtvergleich enttäuschten die meisten Optiker – sie alle bekamen das Prädikat „befriedigend“. Einzig Optiker Bode schnitt mit „gut“ ab.
Sehtests gut – Beratung schlecht
An der Qualität der Sehtests hatten die Testkäufer wenig zu bemängeln – lediglich Fielmann und Binder Optik fielen durch. Auch die Qualität der gefertigten Brillen stellte sie zufrieden – fünf Optiker bekamen ein gut, Optiker Bode und Krass Optik bewerteten die Tester in diesem Punkt mit sehr gut.
Am meisten enttäuschten die Optiker bei der Beratung. Bei allen Anbietern sieht Stiftung Warentest Nachholbedarf. Zwar informierten die Optiker ihre Kunden ausführlich über Gläser und Fassungen. Alle anderen wichtigen Beratungsaspekte blieben aber außen vor. So etwa die Frage nach dem letzten Augenarztbesuch oder nach Beruf, Hobbys, Sportaktivitäten und Lesegewohnheiten – alles Dinge, die wichtig sind, um dem Kunden ein Modell anzufertigen, das seinen Bedürfnissen entspricht.
Wie steht’s mit dem Sitz?
Mängel zeigten sich auch beim Anpassen der Brille. Keinem der Testkäufer passte das angefertigte Modell optimal. Bei dem einen saßen die Nasengummis nicht richtig und bei dem nächsten gruben sich die Metallränder in die Haut. Manchen bescherten die Brillenbügel sogar Segelohren.
Unter solchen Schönheitsfehlern leidet schließlich auch die Sehqualität. Denn durch eine Brille sieht man nur dann scharf, wenn das optische Zentrum des Brillenglases direkt vor der Pupille liegt. Ist das bei dem hergestellten Modell nicht der Fall, kann der Optiker es nachzentrieren. Dies klappte im Test gut bis befriedigend.
Das optimale Brillenmodell findet man also gar nicht so einfach. Deshalb sollte sich jeder gut auf den Brillenkauf vorbereiten. Es lohnt sich sicher auch einfach mal beim Optiker nachzuhaken, wenn die Beratung zu wünschen übrig lässt.
- Links:
- Worauf Sie beim Optiker achten sollten: Die Stiftung Warentest gibt Tipps.
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